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Thema: Theoretische Frage

  1. #21
    Avatar von Aen
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    Zitat Zitat von Rageboom Beitrag anzeigen
    nun lieber geoff, das hättest du mir vor einem halben jahr erzählen sollen, nicht erst heute...

    denn heute, steh ich mit einem wahrlich sehr zerbombten papier in der hand und kann nur hoffen, dass die welt auch morgen noch nickel braucht

    aber das gute ist: wenigstens habe ich das papier noch. so bleibt die hoffnung.
    Ich würd sagen, wer bis heute nicht verkauft hat, sollte es in naher Zukunft auch nicht tun, da die Wahrscheinlichkeit, dass es weiter runter geht, geringer ist als dass es rauf geht (rein statistisch).

    Angeblich wird ja bei (fast) jeder Krise, dass es "diesmal anders ist" und morgen Siemens, BMW und Caterpillar nicht mehr existieren. WE WILL SEE

    mfg Aen

  2. #22

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    wir werdens erleben, ich denke nicht dass man derzeit mit der ueblichen
    statistik viel reisst, die realwirtschaft wird schon noch mehr abbekommen.
    damals 1929 dauerte es anderthalb jahre bis die wahrhaftige allgemeine depression einsetzte

  3. #23

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    Zitat Zitat von Rageboom Beitrag anzeigen
    nun lieber geoff, das hättest du mir vor einem halben jahr erzählen sollen, nicht erst heute...
    Hab ich ja (sogar schon vor mehr als einem halben Jahr), mehrmals und ziemlich eindeutig.
    z.B. hier: http://forum.oeh-wu.at/showpost.php?...54&postcount=5

    Hättest ja nur lesen und dann darüber nachdenken und deine eigenen Schlüsse daraus ziehen müssen.
    Ich kann und will niemandem Ratschläge geben, was zu tun ist (dazu gibt es einfach zu viele individuelle Variablen), aber wenn etwas derart klar ist, hab ich auch keine Hemmungen, zumindest meine Einschätzung kund zu tun um auf kritische Punkte aufmerksam zu machen.

    denn heute, steh ich mit einem wahrlich sehr zerbombten papier in der hand und kann nur hoffen, dass die welt auch morgen noch nickel braucht
    Sag´ma mal so, mit commodities hat man langfristig wahrscheinlich zumindest deutlich bessere Chancen, die Turbulenzen halbwegs heil zu überstehen (wenn man nicht kurzfristig liquidieren muß), als mit den meisten Aktien und Funds, wo sich das Publikum drängt. Wenn man mitten in der letzten Boom-Welle gekauft hat, wird´s natürlich ein wenig dauern, aber der lanfristige commodity-bull ist m.E. noch nicht tot, der sollte sich in absehbarer Zeit wieder aufrappeln und noch einige Jahre weiterlaufen, auch wenns jetzt im Moment grimmig aussieht weil auch dieser China-Boom (obwohl durchaus real) wieder mal überschätzt wurde, zumindest was die Dauer angeht. Ni wär zwar nicht unbedingt meine erste Wahl gewesen, aber alles was man nur mit großen Investitionen aus der Erde holen kann, hat aufgrund der Investitionszyklen immer wieder starke Preisschwankungen und den Vorteil, daß es im Gegensatz zu fiat currencies zumindest real ist, somit hat man als geduldiger Mensch, der das gebundene Kapital jetzt nicht braucht, also ganz gute Chancen, daß sich das Blatt irgendwann auch wieder wendet. Grad wenn man die enormen Probleme im Währungsbereich berücksichtigt, kann ich mir schlimmeres vorstellen als physical commodities (Minenaktien, Explorer etc. wären natürlich was ganz anderes). Falls Du Dich für physical delivery entscheidest, paß halt auf, Ni ist ein bekanntes Kontaktallergen, also immer schön Handschuhe tragen, wenn Du das Zeug im Keller einbunkerst...

    Ich weiß, das ist jetzt sicher kein allzu großer Trost (vielleicht hilft es aber wenigstens für die Zukunft), und mir ist auch durchaus klar, daß viele TA grundsätzlich für Humbug halten, aber grad solche Abstürze kann man ziemlich leicht vermeiden, indem man vor der Order zumindest einen kurzen Blick auf den langfristigen Chart wirft. Wenns derart parabolisch nach oben geht, wie hier beim Ni-Kontrakt an der LME, dann sollte man vorsichtig sein, denn dann ist ein veritabler Absturz geradezu vorprogrammiert. Sowas kann man vermeiden und wenn man sich schon als bottom fisher betätigen will, zumindest das Timing optimieren und sich mit einem Stop unterm "Knackpunkt" absichern. Wenn ich den Zeitpunkt (~ 6 Monate?) richtig interpretiere, dann muß das grad in der Auflösungsphase des Keils nach dem Absturz gewesen sein, und da stehen die Chancen generell eher für eine Fortsetzung des übergeordneten Trends, und der war halt auf den ersten Blick erkennbar steil nach unten. Wäre man hingegen von der ohnehin schon deutlich weniger wahrscheinlichen Alternative ausgegangen, nämlich der Auflösung des Keils in Richtung der Fortführung des ganz langfristigen Aufwärtstrends, dann wäre selbst bei einem wirklich ungünstigen Einstieg schon recht früh, spätestens aber beim Unterschreiten des lows im Keil klar gewesen, daß die Hypothese grad in sich zusammengebrochen ist und man schleunigst das Weite suchen sollte. Auch wenn´s jetzt vielleicht etwas zynisch klingen mag (ist garantiert nicht beabsichtigt), aber nichts ist günstiger für einen Trader, als wenn er ein Setup findet, das ihm möglichst frühzeitig zeigt, ob er recht oder unrecht hat, denn da kann er mit kurzen Stops sein Risiko nach dem Einstieg auf ein Minimum reduzieren oder sogar fast komplett eliminieren, indem er überhaupt gleich per sell/buy stop einsteigt. Nach dem zweiten low des Keils wäre die Situation sogar einigermaßen perfekt gewesen: entweder es wird ein temporärer double bottom innerhalb des ganz langen Trends und man kann von einem letzten furiosen Crescendo bis übers alte high profitieren, falls der Wahnsinn nochmal für einige Zeit auflebt, oder man hat ein prozentuell nicht ganz so profitables, dafür aber recht sicheres short erwischt. Einfach ein buy stop etwas überm high des Keils und ein sell stop etwas unterm low und dann schaun, in welche Richtung das ganze läuft. In diesem ganz speziellen Fall (Liquidität-Realwirtschaft-Investitionen-Kaufkraft-China...) hätte man sich aber sowieso denken können, in welche Richtung sich das Ding eher bewegen wird.



    Zum Abschluß noch was positives: Wenn auch Panikphasen die Dauer und Dynamik einzelner Abschnitte so stark beeinflussen können, daß TA kurzfristig an Bedeutung verliert, so ist dieser Effekt in den langfristigen Charts üblicherweise deutlich weniger ausgeprägt. Sieht man sich obigen Chart nun an, so erkennt man auf den ersten Blick, daß die beiden Abschnitte links und rechts vom Keil annähernd gleich lang sind. Das würde bei klassischer Auslegung der TA bedeuten, daß die Formation so gut wie abgeschlossen ist, und sich nun langsam ein neuer Trend herausbilden kann (durch die aktuelle Marktdynamik wird der untere Abschnitt aber wahrscheinlich doch noch ein wenig länger, möglicherweise bis in die Gegend des lows von 2000/2001). Anders ausgedrückt: der subjektive Schmerz wird aller Wahrscheinlichkeit nach zumindest nicht mehr allzu viel schlimmer werden, als er jetzt schon ist. Über die Dauer kann man jetzt aber noch nicht viel sagen, die wird nämlich v.a. von den Erwartungen des zukünftigen Makro-Umfelds abhängen, und diese müssen sich erst langsam aus dem dichten Nebel der kollektiven Panik emporheben und auf eine gemeinsame Sichtweise einigen. Solange das nicht passiert ist, wird´s auch keinen neuen dominanten Trend geben.

    Ich greif sonst nur äußerst ungern einen Chart raus um einzelne Punkte zu erklären, weil es in absolut jedem irgendwo Bereiche gibt, die scheinbar genau das Gegenteil des zu erwartenden repräsentieren und die meisten glauben, alles müsse immer und überall gelten sobald sie auf einen beliebigen Preisverlauf starren, was dann typischerweise zu ebenso end- wie fruchtlosen Diskussionen um völlig belanglose Nebensächlichkeiten führt (TA-Profis hingegen sehen meist hunderte Charts durch, die sie bis auf ein paar ganz wenige sofort wieder als nicht aussagekräftig ausscheiden, um anschließend jene 2-3 genauer zu analysieren, auf denen sie was interessantes entdeckt zu haben glauben). Hier aber sieht man über die 10 Jahre wirklich außerordentlich schön den langfristigen Trend. Zuerst lange Zeit ohne große Bewegung, dann die Geburt des Bullen, die bewegte Pubertät und den Übergang in die Phase der scheinbar unaufhaltsamen Kraft und schließlich der Niedergang, fast perfekt aus dem Lehrbuch.Man sieht support und resistance, congestions patterns (der schmale Keil in der Mitte nach oben und der breite rechts nach unten), geradezu modellhafte Proportionen im continuation pattern rechts und mit etwas Phantasie könnte man unmittelbar vorm riesigen Ausbruch in die euphorische Phase sogar eine inverted head and shoulders formation erkennen, TA ist ein Werkzeug von mehreren die man beherrschen oder zumindest verstehen sollte, und es liegt mir fern, sie als Allheilmittel oder Wunderwaffe anzupreisen, aber grad bei diesem Chart zeigt sich ganz deutlich, wie man sich die Wahrscheinlichkeiten mitunter durchaus ganz beachtlich zu seinen Gunsten zurecht rücken kann, und das, ohne überhaupt viel über das Unternehmen oder Zeug wissen zu müssen, dessen Kursverlauf hier abgebildet ist.

    Sorry für die vielen Fachausdrücke, die den meisten jetzt wahrscheinlich nicht wirklich viel sagen werden (ich hab mich eh zurückgehalten so gut es nur geht), aber die paar, die sich vielleicht schon mal ein wenig damit in der Theorie beschäftigt haben (ich bezweifle zwar, daß solche heretische Theorien ausgerechnet an der WU gelehrt werden, aber man weiß ja nie... ) können sich jetzt vielleicht über einen kleinen Heureka!-Moment freuen.

  4. #24

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    nein junge, nur weiter so.
    gibt hier noch immer welche die dich verstehen (wollen)...

  5. #25
    Avatar von Rageboom
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    nein, nein, schreib nur weiter! das problem ist, ich hab keine fachliteratur dazu!

    ich hab mir aus dem internet recht viel zu TA ausgedruckt und studiert, nur anwenden konnte ich es noch nicht. eben weil mein geld gerade gebunden ist.

    weiters: ich hab mitch früher ganz eindeutig auf die FA verlassen. soll heißen: ich hab ein unternehmen gekauft (also aktien davon) der sich noch im explorer-status befunden hat. in kanada. also in einem halbwegs zivilisierten land. die genehmigungen sind der reihe nach gekommen, das unternehmen ist sehr serös, denn es aktualisiert sehr oft seine homepage, es unterhält den kontakt zu den aktionären, es gibt ständig updates usw usw. also kein unternehmen, das es nur irgendwo im postkasten gibt.

    mit anderen worten, man konnte wirklcih wöchentlich nachschauen was die burschen dort alles aufbauen. losgegangen ist mit der abholzung eines areals, mittleiwele steht dort alles was man zum abbau braucht. ich hab alles mitgemacht, und es war wirklich verdammt spannend mitanzusehen, wie der aufbau weiter geht. (irgendwie wird es mit der zeit so wie mit einem eigenen "kind" )

    nun, dieser betrieb hat auch schon begonnen zu produzieren, also generiert es cash und hat einen extrem guten KV. das problem: GENAU ZU BEGINN der produktion musste das finanzsystem zamkrachen. ist das bitte nicht blöd?? nun - jetzt bin ich teilhaber eines wirklich toll geführten unternehmens, das wirklich beispielhaft auf die beine gestellt wurde und mittelerweile produziert und was is? nix is.
    (ich darf zu bedenken geben - nur einer von 10 explorern werden zu produzenten, das heißt, gaaaanz so dümmlich war ich nicht in einen explorer zu investieren, denn wenigstens hab ich mir den einen von zehn ausgesucht die eine chance hatten )

    jetzt heißt es warten und warten und warten und warten. das geld brauch ich hoffentlich nicht in nächster zeit und auch wenn - es gibt eh kein geld mehr - der kurs ist nicht mal mehr zum weinen...

  6. #26

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    Uh, sorry das zu hören. - Ich dachte Du hättest Ni-Kontrakte gekauft.

    Wie bist Du denn beteiligt - debt oder equity?
    Dann will ich mal meine generelle Abneigung gegen Explorer und v.a. solche aus Kanada (die sind ein running gag unter den meisten Tradern und Kanada ist, bei aller Sympatie für Land und Leute, leider auch kein besonders toller Finanzplatz) kurz unterdrücken und Dir die Daumen drücken, daß Du vielleicht tatsächlich eins der wenigen seriösen Unternehmen dieser Branche erwischt hast. Ich hoffe nur, daß das ein milliardenschwerer Konzern ist, und nicht eine dieser 20-100 mio. kleinen Klitschen. Das ganze ist dort leider ungefähr so wie Finanzdienstleistungen aus Nigeria - egal ob was gefunden und gefördert wird und wie sich die Kurse für den jeweiligen Rohstoff entwickeln, die kleinen Anleger steigen fast immer mit enormen Verlusten aus, alleine schon, weil die Werte derart illiquid sind, daß man das Zeug kaum mehr los wird, wenns nicht grad zufällig von irgendwelchen Pennystock-Scammern gepusht werden

    Ich würde vorschlagen, Du findest Dich jetzt erst mal mental mit einem Totalverlust ab (sowas wie "Buchverluste" gibt´s nicht, ob ein Gewinn/Verlust realisiert ist, mag vielleicht steuerliche Auswirkungen haben, am Ergebnis des Trades ändert es aber nichts) und siehst es einfach mal als Lehrgeld - es gibt kaum gute Trader, die nicht mit 1-2 Totalverlusten begonnen haben, ist also nichts tragisches (viel schlimmer triffts meist ohnehin jene, die bei den ersten paar Trades einfach viel Glück hatten und sich dann für Gott halten...). Und sollte sich das ganze später wider Erwarten vielleicht doch noch zum Guten wenden, dann kannst Du Dich darüber umso mehr freuen.

    Kleiner Tip, da Du es angesprochen hast: Trades und Investments dürfen niemals "Familienmitglieder" werden (außer Du bist selbst der Unternehmer oder ein Partner mit so großem Anteil, daß Du direkt in der Geschäftsführung mitbestimmen kannst.). Sobald man eine emotionale Beziehung zu einer Position aufbaut, verliert man zwangsläufig seine Objektivität und sein Urteilsvermögen, und das wirkt sich äußerst negativ auf die Erträge aus.

    nur anwenden konnte ich es noch nicht. eben weil mein geld gerade gebunden ist.
    Ohne (sehr viel!) Übung wird´s Dir sowieso nichts bringen. Zum Anwenden braucht man aber glücklicherweise ohnehin kein Kapital. Wenns nur ums Lernen und Üben geht, reicht paper trading allemal. Natürlich fällt dabei die (in der Praxis oft sehr kritische) emotionale Komponente weg, i.e. es ist sehr viel einfacher, am Papier sagenhafte Gewinne zu realisieren als im wirklichen Leben auch nur den Break-even zu erreichen, aber was am Papier nicht funktioniert, funktioniert in echt erst recht nicht. Erst wenn man in der Simulation (natürlich unter Berücksichtigung der Transaktionskosten etc.) über längere Zeit zuverlässig Gewinne schafft, macht es Sinn, es mit echtem Geld zu versuchen. Dauerhaften Erfolg hat man in diesem Geschäft nur durch Disziplin ("Plan your trade, then trade your plan!") und funktionierendes Risikomanagement, nicht weil man über irgendwas besonders gut bescheid weiß und daher gelegentlich einen sensationell guten Griff macht. Und das lernt man auf Papier genauso gut. Ob man dann eher FA oder TA bevorzugt, Astrologen befragt, Münzen wirft oder sich auf irgendwelche anderen Kriterein spezialisiert ist dann eigentlich eher nebensächlich.

    das problem ist, ich hab keine fachliteratur dazu!
    Bitte tu Dir selbst einen Gefallen und ignorier erst mal das Zeug aus dem Internet. Es gibt zwar schon auch ein paar sehr gute Quellen, aber die sind recht spezifisch, für Anfänger meist zu komplex und v.a. schwer zu finden. Das meiste was man da findet wenn man rumgoogelt, ist zu diesem Thema nicht wirklich besonders hilfreich oder sogar an der Grenze zum Unfug. Wer wirklich reines Wasser will, sollte direkt aus der Quellle trinken!

    Wenns Dich ernsthaft interessiert, würde ich vorschlagen, Du besorgst Dir zuerst mal die "Bibel", mit der alles angefangen hat, für die Basics: http://www.amazon.com/Technical-Anal.../dp/0849337720
    Alt aber erstklassig. Darauf bauen im Grunde alle anderen auf.

    Ein weiteres altes aber sehr gutes erklärendes Buch dazu ist dieses:
    http://www.amazon.com/strategy-marke.../dp/B000SSQLVQ
    Versuch aber lieber, eine wirklich alte Ausgabe (aus den 60er-Jahren) zu kriegen, bei den neueren wurde zuviel rumeditiert und die ersten Ausgaben haben auch noch weit zurückreichende Charts mit 1920/1930 drin, die jetzt grad wieder sehr praktisch sind. Vergiß dafür am besten den normalen Buchhandel (für gut erhaltene antiquarische Originalausgaben legt man dort einfach zu viel hin) und such lieber gleich auf ebay.com (US website!), dort tauchen jetzt aus Verlassenschaften immer wieder ein paar zu äußerst günstigen Preisen auf, manchmal sind sogar die Portokosten höher. Dieser Titel war damals ein Bestseller, ist also durchaus günstig zu kriegen, wenn man´s nicht sofort braucht und ein paar Monate Zeit zum Abwarten hat. Allerdings ist der Autor später mehr oder minder übergeschnappt, hat sich fachlich total lächerlich gemacht und jede Glaubwürdigkeit verloren, daher ist dieser (wirklich sehr gute!) Titel meist jahrzehntelang irgendwo ungenutzt in Dachböden, Schränken oder Regalen rumgelegen. Das zu der Zeit verwendete Papier und die damaligen Druckfarben sind klarerweise nicht ganz so hochentwickelt wie heutiges Material, in Zusammenhang mit der langen Lagerdauer und den jeweiligen klimatischen Einflüssen kann es also sein, daß Dein Exemplar vielleicht ein relativ starkes Aroma von Lager, Mottenkugeln etc. verströmt, auch wenns sonst einwandfrei ist. Das wieder halbwegs rauszukriegen kann Monate bis Jahre dauern (hab ich selbst bei Büchern aus dieser Zeit mehrfach erlebt). Ich hatte sogar mal eins, das auch nach zwei Jahren Lüften und Ozonbehandlung noch bzw. wieder so stark gerochen hat, daß ich´s nur draußen im Freien lesen konnte und es sogar dort noch als äußerst unangenehm empfunden hab. - Nach weniger zwei Kapiteln war mir kotzübel (die waren damals bei den Zusatzstoffen offenbar nicht zimperlich...), dann hab ich das Ding einfach Seite für Seite fotokopiert und das Original verschenkt. Falls es grad mehrere Angebote auf Ebay gibt, würde ich mich daher unbedingt schon vorher erkundigen, ob es nicht nur brauchbar erhalten ist, sondern auch, ob es halbwegs neutral riecht.

    Diese beiden geben einen sehr guten Überblick über die generellen Basics (Granville hat v.a. die enorme Bedeutung des Volumens als erster gut erkannt) und Du hast erst mal ein paar Monate zu tun. Besorg Dir aber unbedingt die englischen Originale (außer Du stehst mit der Sprache womöglich ernsthaft auf Kriegsfuß, dann hätte es natürlich auch wenig Sinn), denn die Übersetzungen verlieren alle stark an Klarheit und sind auch inhaltlich schwerer zu verstehen. Wie´s eben mal so ist im Leben, danach hast Du zwar einen Werkzeugkasten und kennst die prinzipelle Grundfunktion einiger Geräte und Werkzeuge, bis zum fertigen Gesellenstück braucht´s dann aber noch viel Übung und ein paar weitere Werkzeuge, die aber erst Sinn machen, wenn man die Basics einigermaßen verinnerlicht hat und ohne weiteres Nachdenken anwenden kann. Melde Dich einfach bei mir, wenns soweit ist, dann kann ich Dir gerne ein paar weiterführende Titel empfehlen und solche, die dann auch den Übergang in die aktuelleren Marktgegebenheiten erleichtern. Der Märkte ändern sich ja ständig, daher ist es wichtig, immer zu wissen, was gerade die dominanten Faktoren und wer die dominanten Spieler sind, sonst spielt man selbst vielleicht sehr gut, aber leider nach den Regeln eines falschen Spiels. Trotz aller Begeisterung für die Materie darf man aber natürlich auch nie aus den Augen verlieren, daß TA nur ein Werkzeug unter mehreren ist und muß sich besonders davor hüten, alles nur noch durch diese Brille zu sehen ("If you have a hammer, every problem looks like a nail..."). Den Technikern passiert das allerdings ohnehin nicht so oft wie den Fundis, die oft soviel Zeit und Energie in ihre Recherchen stecken, daß es ihnen dann oft wichtiger ist, Recht gehabt zu haben als mit ihren Entscheidungen auch Geld zu machen.

  7. #27

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    Zitat Zitat von Geoff Beitrag anzeigen
    Vor allem in den USA, aber auch in Teilen Europas und Asiens (interessanterweise aber weniger im arabischen Raum) herrscht unter professionellen Tradern mittlerweile fast durchgängig der Konsensus, daß der Euro das Jahr 2010 nicht mehr erleben wird.
    Darf ich mal fragen wie Trader zu so einer Annahme kommen?

    Dass die EU politisch gesehen auf internationalem Level zahnlos ist, ist bekannt, aber gerade wirtschaftlich wurde der Gemeinschaftswährung immer ein großer Vorteil bescheinigt - insb. in Zeiten dieser Finanzkrise, in der ja andere (kleinere) Währungen weit mehr ihres Wertes eingebüßt haben.

  8. #28

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    Jetzt will sogar Schweden und Dänemark dem Euroraum beitreten und Island soll auch ein EU Beitritt samt Euro angeboten werden. Also den Euro abzuschreiben, gerade in einer Zeit in der viele kleine Einzelwährungen ihn beneiden, halte ich für sehr dubios.

  9. #29

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    Zitat Zitat von AndyP Beitrag anzeigen
    Jetzt will sogar Schweden und Dänemark dem Euroraum beitreten und Island soll auch ein EU Beitritt samt Euro angeboten werden. Also den Euro abzuschreiben, gerade in einer Zeit in der viele kleine Einzelwährungen ihn beneiden, halte ich für sehr dubios.
    Die Frage ist eher: Wer steigt zuerst aus dem Euro aus? Der Zinssatz für 10jährige italienische Staatsanleihen befindet sich bei fast 100 Basispunkten (= 1-Prozentpunkt) oberhalb der entsprechenden deutschen Staatsanleihen. Der Spread ist damit so hoch wie noch nie seit Einführung des Euro und ist im letzten Jahr exponentiell gestiegen.
    Die Länder der PIGS könnten bald wegbrechen, noch werden sie durch Deutschland getragen.

    Man hat ja auch kürzlich gesehen, dass der Euro im vgl zum Dollar wie eine Drittweltwährung abgeschmiert ist.

    Was richtig witzig ist: Immer mehr Deutsche akzeptieren keine "italienischen" Euros mehr: http://www.telegraph.co.uk/finance/e...loc-notes.html

    Die Island/Ungarnprobleme haben mE weniger mit Währung sondern eher mit sich übernehmenden Inselbanken auf der einen Seite und überdimensional hohen Staatsschulden auf der anderen Seite zu tun.

  10. #30

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    Zitat Zitat von GlobeUniversity Beitrag anzeigen
    Darf ich mal fragen wie Trader zu so einer Annahme kommen?
    Gemeinsame Währung, aber nationale Wirtschaften ohne gemeinsame Regierung, die im Notfall schnell und effektiv eingreifen könnte, wenn was schief geht. Marktteilnehmer sehen einfach gerne klare Strukturen und rasche Eingriffsmöglichkeiten.

    aber gerade wirtschaftlich wurde der Gemeinschaftswährung immer ein großer Vorteil bescheinigt - insb. in Zeiten dieser Finanzkrise, in der ja andere (kleinere) Währungen weit mehr ihres Wertes eingebüßt haben.
    Sehe ich durchaus auch so. Grad Italien, Spanien etc. hätten ohne Euro jetzt massivste Probleme. Die Koordination über die ECB hat nach dem anfänglichen Chaos zwar doch noch erstaunlich gut geklappt, allerdings nur, weil diesmal alle wollten und mitmachten weil sie bis auf die Knochen geschockt waren und die richtigen Leute die Initiative übernommen haben. Das müßte theoretisch aber nicht immer der Fall sein, v.a. wenn vielleicht nationale Interessen im Vordergrund stehen. Diese potentielle Unsicherheit ist das Problem. Im Zweifelsfall haben die meisten einfach lieber eine schlechte FED, über die sie zwar selbst regelmäßig schimpfen, die aber im Fall des Falles rasch und mit de facto unbegrenzten Mitteln eingreifen kann, als die träge, wenn auch deutlich weniger verantwortungslose ECB, die sich zuerst immer intern koordinieren muß und grad in den USA den Ruf hat, eignetlich nur zuzusehen, aber nichts zu machen. Egal ob diese Angst nun berechtigt sein mag oder nicht, es gibt sie und solange der Euroraum aus einzelnen Nationalstaaten ohne gemeinsame Regierung besteht, noch dazu mit groben Unterschieden in den nationalen Wirtschaften, wird das halt ein riesiges Manko nach außen bleiben.

  11. #31

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    Man hat ja auch kürzlich gesehen, dass der Euro im vgl zum Dollar wie eine Drittweltwährung abgeschmiert ist.
    Der fallende Ölpreis stärkt den Dollar und ein stärkerer Dollar im Verhältnis zum Euro ist nicht gerade schlecht für die Exportwirtschaft Europas, gerade in dieser Zeit.

  12. #32
    Avatar von Rageboom
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    ich würd die OPEC in die wüste schicken! wobei... sie sitzt eh schon in der wüste.

    als der ölpreis stabil bei 20 dollar war, war ja auch alles ok, und kein grund die fördermenge einzuschränken oder sonstwas.

    jetzt die der preis bei 70 dollar und die drosseln und drosseln und drosseln.... spinnen die??

    sogar ich als wirklich kleinster aller aktionäre und vollkommener antiwirtschaftler hab verstanden, dass der ölpreis nur aufgrund der spekulation gestiegen ist, und nicht weil der weltweite verbrauch SO signifikant gestiegen wäre. (dazu gibts eh genug graphiken)

    nun, die spekulation wird offenbar endlich aus dem ölpreis rausgespült - und nur die OPEC glaubt, dass es wegen dem überangebot seit... verstehe wer will...

    aber gut - wenn man sich ständig 1 km hohe gebäude bauen will und autobahnen aus gold und hotels aus mahagoni - schon klar, dass ein ölpreis von 300 dollar super wär für die liebe OPEC.

  13. #33

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    Die OPEC hat ihren Sitz in Wien, nur zur Info.

  14. #34

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    Zitat Zitat von AndyP Beitrag anzeigen
    Der fallende Ölpreis stärkt den Dollar und ein stärkerer Dollar im Verhältnis zum Euro ist nicht gerade schlecht für die Exportwirtschaft Europas, gerade in dieser Zeit.
    Das stimmt, es hat eben alles zwei Seiten. Ist aber gut möglich dass es bald keine Exportmöglichkeiten mehr gibt und zwar aus ganz anderen Gründen:http://www.handelsblatt.com/finanzen...wasser;2063854

    unabhängig davon: politiker können den euro noch so oft loben, der Markt beweist gerade das Gegenteil. Dass der Euro so "stark" im Vgl. zum Dollar war lag nicht an der Stärke des Euros sondern an der Schwäche des Dollars. Selbst der irakische Dinar hat in der Zeit in der der Euro gg den Dollar gestiegen ist zum Doller 70% aufgewertet. Ist der Dinar deshalb so toll?

  15. #35
    Avatar von Rageboom
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    Zitat Zitat von tanguero Beitrag anzeigen
    Das stimmt, es hat eben alles zwei Seiten. Ist aber gut möglich dass es bald keine Exportmöglichkeiten mehr gibt und zwar aus ganz anderen Gründen:http://www.handelsblatt.com/finanzen...wasser;2063854

    unabhängig davon: politiker können den euro noch so oft loben, der Markt beweist gerade das Gegenteil. Dass der Euro so "stark" im Vgl. zum Dollar war lag nicht an der Stärke des Euros sondern an der Schwäche des Dollars. Selbst der irakische Dinar hat in der Zeit in der der Euro gg den Dollar gestiegen ist zum Doller 70% aufgewertet. Ist der Dinar deshalb so toll?
    dieser bericht ist brrrrrrr....

    nun, wenn ich es GANZ egoistisch sehe, dann steht da auch was positives drin: "aber Rohstoffe legen wieder zu. " ich sitze auf rohstoffe

    @OPEC: ich hab immer gedacht, die politiker würden ihr stimmvieh an der nase rumführen. aber diese organisation ist ja noch viel draister und ruchloser als jeder politiker. ich wiederhole mich: wenn man den verbrauch hernimmt, dann ist ein preis von mehr als 20 euro pro barrel nicht belegbar. nun - zur zeit liegt der preis bei rund 50 oder 60 euro, oder nicht? und was gibt die OPEC von sich für mist? zitat von orf.at
    "Der Ölmarkt bleibe trotz der deutlichen Förderkürzung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) vom Freitag unter Druck, betonte eine Analystin in einer Studie. Ein Rückgang des US-Ölpreises unter die Marke von 60 Dollar scheine nur noch eine Frage der Zeit. "

    unter druck??? was labbern die bitte für sch***e? alles was das öl über ca 20 euro kostet ist reine spekulation und eine blase, die irgendwann mal halt platzen musste und die ware kostet halt wieder das, was sie tatsächlich wert ist.
    aber die herren der OPEC fürchten wohl um ihre luxusbauten am golf...

    ich hoffe wirklcih, dass der preis bald wieder auf 20 ist, und die OPEC sich plärrend in die hosen macht.

  16. #36
    Avatar von Rageboom
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    unglaublich was bei VW grad vorgeht....

  17. #37
    Avatar von Sam_Hot
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    Zitat Zitat von Rageboom Beitrag anzeigen
    unglaublich was bei VW grad vorgeht....
    wär interessant, wo noch solche kandidaten zu finden sind.

    @ experten: kann man irgendwo das gesamte call/put volumen auf einen einzelnen titel herausfinden?

  18. #38
    Avatar von Aen
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    Zitat Zitat von Sam_Hot Beitrag anzeigen
    wär interessant, wo noch solche kandidaten zu finden sind.

    @ experten: kann man irgendwo das gesamte call/put volumen auf einen einzelnen titel herausfinden?
    Klar. Direkt bei der Quelle:

    Hier für die DAX Werte. Da sieht man, dass ein Haufen Puts auf VW gehandelt worden sind.

    http://www.eurexchange.com/market/qu...oducts_de.html


    mfg Aen

  19. #39
    Avatar von Sam_Hot
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    thx!

    aber frage: diese statistik --> zeigt mir z.b. die puts auf vw an.

    http://www.eurexchange.com/market/qu...0812_P_de.html

    sind bei den offenen kontrakten long und short positionen zusammengefaßt?

    also so wie ich das verstehe wären die offenen (long) puts ja kein auslöser für kurssprünge. der käufer der option würde nicht kaufen, weils ihm über dem ausübungspreis nix bringt und der verkäufer der option würde sich freuen. anders bei den calls, DA müßte der verkäufer der option zittern, aber von denen gibts ja fast keine die fällig werden in nächster zeit.

    oder versteh ich jetz was falsch? bzw war meine frage falsch? also daß ich den auslöser des vw-spektakels bei den optionen gesucht habe?

    andere frage: wo seh ich ausstehende leerverkäufe?

    thx

  20. #40
    Avatar von Aen
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    Zitat Zitat von Sam_Hot Beitrag anzeigen
    thx!

    aber frage: diese statistik --> zeigt mir z.b. die puts auf vw an.

    http://www.eurexchange.com/market/qu...0812_P_de.html

    sind bei den offenen kontrakten long und short positionen zusammengefaßt?

    also so wie ich das verstehe wären die offenen (long) puts ja kein auslöser für kurssprünge. der käufer der option würde nicht kaufen, weils ihm über dem ausübungspreis nix bringt und der verkäufer der option würde sich freuen. anders bei den calls, DA müßte der verkäufer der option zittern, aber von denen gibts ja fast keine die fällig werden in nächster zeit.

    oder versteh ich jetz was falsch? bzw war meine frage falsch? also daß ich den auslöser des vw-spektakels bei den optionen gesucht habe?

    andere frage: wo seh ich ausstehende leerverkäufe?

    thx
    Falls du mit "offenen Kontrakten" open interest meinst (das steht bei mir unter diesem link), dann nein. Man kann sich ja entweder puts oder calls anzeigen lassen.
    Das extrem hohe put/call ratio sagt aus, dass viele auf fallende Kurse gesetzt haben. Als dies aber nicht eingetreten ist, sind sie gezwungen worden ihre Positionen aufzulösen. d.h. entweder den put verkaufen oder als hedge das underlying (VW aktie) kaufen!

    Die wichtigste Ursache für den Kursanstieg bei VW ist sicher bei Porsche zu finden, die in den letzten Monaten stetig ihren Anteil bei VW vergrößern.

    mfg Aen

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