Ergebnis 1 bis 9 von 9

Thema: Mehr-Weniger-Rechnung, Maßgeblichkeitsprinzip

  1. #1
    Avatar von h0150264
    Registriert seit
    Nov 2007
    Ort
    Bratislava/Wien
    Beiträge
    226

    Question Mehr-Weniger-Rechnung, Maßgeblichkeitsprinzip

    Hat jmd von euch die sog. Mehr-Weniger-Rechnung voll verstanden ?
    Mir ist immer noch nicht klar, ob das unternehmensrechtliche Ergebnis (zB Gewinn) auf das steuerliche Ergebnis angepasst/angeglichen wird, oder umgekehrt...

    Zuerst gibt es das Maßgeblichkeitsprinzip (Seite 228 im Bilanzierungshandbuch), dh laut §5 EStG sind für die steuerliche Gewinnermittlung... die unternehmensrechtlichen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung maßgeblich, außer zwingende Vorschriften des EStG abweichende Regelungen vorsehen.

    Dh das Maßgeblichkeitsprinzip kommt nur dann zum Tragen, wenn die steuerliche Vorschrift eine KANN-Bestimmung ist und die unternehmensrechtl. Vorschrift eine KANN oder MUSS - Bestimmung ist.

    Ich gehe davon aus, dass falls das Maßgeblichkeitsprinzip gilt, dass eben das unternehmensrechtl. als auch das steuerliche Ergebnis gleich sind. Dh die Mehr-Weniger-Rechnung wird nur dann verwendet, falls die 2 Ergebnisse nicht übereinstimmen, richtig ?

    Wird das unternehmensrechtliche Ergebnis IMMER auf das steuerliche Ergebnis angepasst ?
    (im Buch heißt es: "...die Überleitung der UGB-BIlanz auf die Steuerbilanz" bzw. "das unternehmensrechtliche Ergebnis wird bezüglich der steuerliche nicht anerkannten Aufwendungen und Erträge mittels Addition bzw. Subtraktion auf das steurliche Ergebnis übergeleitet").

    Dh Maßgeblichkeit = gleiche Ergebnisse, falls keine Maßgeblichkeit --> MWR ?

  2. #2
    Avatar von h0150264
    Registriert seit
    Nov 2007
    Ort
    Bratislava/Wien
    Beiträge
    226

    Question ...

    (was micht verwirrt: unternehmensrechtliche Vorschriften sind für Steuerrecht relevant, dh Unternehmensrecht ist grundsätzlich dominant............dann wird aber das unternehmensrechtl. Ergebnis an das steuerliche angepasst; wird dies nur deshalb geschehen, weil in diesem Falle des Maßgeblichkeitsgrundsatz gerade NICHT gilt und da es eigentlich nur aus dem Grund notwendig ist, die 2 Ergebnisse anzupassen....dh würde Maßgeblichkeit gelten, wären sie ohnehin identisch ?)

  3. #3

    Registriert seit
    Jun 2003
    Beiträge
    2.974
    Die Vorschriften sind im Steuerrecht mitunter nicht übereinstimmend bzw. sogar gegensätzlich. Um nicht zwei unabhängige Buchhaltungen führen zu müssen, eine unternehmensrechtliche und eine steuerrechtliche, führt man die Buchhaltung nach dem Unternehmensrecht und gleicht anschließend die Differenzen aufgrund abweichender Regelungen im Steuerrecht aus, indem man vom unternehmensrechtlichen Ergbnis mittels MWR das steuerrechtliche ableitet.

    Schreibt also z.B. das UR vor, daß eine Abschreibung in Höhe von xyz vorgenommen werden muß, das SR hingegen, daß so eine Abschreibung nicht erfolgen darf, ermittelt man zuerst das UR-Ergebnis und addiert dann mittels MWR wieder xyz und kommt so zum steuerrechtlichen Ergebnis.

  4. #4
    Avatar von h0150264
    Registriert seit
    Nov 2007
    Ort
    Bratislava/Wien
    Beiträge
    226

    Hi Geoff,

    danke
    Geändert von h0150264 (25.06.2010 um 20:30 Uhr)

  5. #5
    Avatar von h0150264
    Registriert seit
    Nov 2007
    Ort
    Bratislava/Wien
    Beiträge
    226
    Sollte es nicht heißen: "es wird das unternehmensr. Ergebnis auf das steuerliche überleitet" (dh die UGB-Bilanz wird auf die Steuerbilanz angepasst).

    Dh, bei vollständiger Maßgeblichkeit (dh die steuerliche Vorschrift ist eine KANN-Vorschrift) benötigt man keine Mehr-Weniger-Rechnung, da das unternehmensr. und steuerr. Ergebnis sowieso gleich sind, richtig ?

    Die MWR braucht man also auschließlich und nur dann, wenn die steuerliche Vorschrift eine MUSS-Vorschrift ist (wenn die Maßgeblichkeit also durchbrochen wird).....

    und dann wird eben das unternehmensrechtl. Ergebnis auf das steuerrechtliche angepasst (dh in diesem Falle ist das steuerl. Ergebnis "dominant"), richtig ?



    Zitat Zitat von Geoff Beitrag anzeigen
    Die Vorschriften sind im Steuerrecht mitunter nicht übereinstimmend bzw. sogar gegensätzlich. Um nicht zwei unabhängige Buchhaltungen führen zu müssen, eine unternehmensrechtliche und eine steuerrechtliche, führt man die Buchhaltung nach dem Unternehmensrecht und gleicht anschließend die Differenzen aufgrund abweichender Regelungen im Steuerrecht aus, indem man vom unternehmensrechtlichen Ergbnis mittels MWR das steuerrechtliche ableitet.

    Schreibt also z.B. das UR vor, daß eine Abschreibung in Höhe von xyz vorgenommen werden muß, das SR hingegen, daß so eine Abschreibung nicht erfolgen darf, ermittelt man zuerst das UR-Ergebnis und addiert dann mittels MWR wieder xyz und kommt so zum steuerrechtlichen Ergebnis.

  6. #6

    Registriert seit
    May 2011
    Beiträge
    7

    Klarstellung: Mehr-Weniger-Rechnung

    Hallo alle zusammen,

    weil ich fast nichts weniger mag, als via Suchmaschine auf ein Forum zu stoßen, in dem ein Thema nicht vollständig korrekt diskutiert wird, will ich jetzt mal meinen Senf dazugeben ;-)

    Wollte eigentlich nur mein Wissen auf diesem Gebiet vertiefen, daher bin ich auf diesen Beitrag gestoßen.

    Also. Während dem Jahr werden in einem rechnungslegungspflichtigen Unternehmen, welches gemäß EStG verpflichtet ist, Aufzeichnungen im Rahmen der doppelten Buchhaltung zu führen, alle Geschäftsfälle aufgezeichnet. Dies wird - fast immer - gemäß UGB gemacht.

    UGB und EStG sind aber wie meine Großeltern - sie sind sich nicht sehr oft einig ;-) Auch die Zielsetzung dieser Büchlein ist eine ganz andere.

    Das UGB sieht den Gläubigerschutz an erster Stelle und darüber hinaus eine möglichst getreue Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens. Das EStG will - plump gesagt - nur eine ordentliche, "faire" Besteuerungsgrundlage ermitteln von dem dann brav Steuern bezahlt werden dürfen.

    So - lange Rede, kurzer Sinn.

    Theoretisch braucht man keine MWR, wenn alle Geschehnisse einer MUSS-Vorschrift des UGBs vorliegen und einer KANN-Vorschrift des EStGs. Dies ist aber nur die Theorie und daher ist bei jedem (99,9%) aller Jahresabschlüsse eine MWR zu erledigen.

    Einfachstes Beispiel dafür: Laut UGB muss zwingend eine pauschale Wertberichtigung für die Forderungen eines Unternehmens gebildet werden und jährlich neu dotiert werden. Das EStG kennt diesen Aufwand/Ertrag jedoch nicht an. Daher muss der Aufwand gewinnerhöhend bzw. der Ertrag gewinnmindernd in der MWR berücksichtigt werden.

    Ich hoffe, ich kann mit diesem Post dazubeitragen, dass zukünftige Suchmaschinen"opfer" ein bisschen schlauer werden.

    Freundliche Grüße
    Clemens Plainer

  7. #7

    Registriert seit
    Jun 2005
    Beiträge
    1.421
    Zitat Zitat von clemensplainer Beitrag anzeigen
    Laut UGB muss zwingend eine pauschale Wertberichtigung für die Forderungen eines Unternehmens gebildet werden und jährlich neu dotiert werden.
    Woher aus dem UGB leitest du ab, dass Forderungen pauschal berichtigt werden müssen?

  8. #8

    Registriert seit
    May 2011
    Beiträge
    7
    Zitat Zitat von Brick Top Beitrag anzeigen
    Woher aus dem UGB leitest du ab, dass Forderungen pauschal berichtigt werden müssen?
    Das hab ich wohl ein wenig falsch formuliert. Aber da es in einem Unternehmen in der Regel nicht möglich ist, alle Fordernungen einzeln zu bewerten - obwohl das UGB den "Grundsatz der Einzelbewertung" vorsieht - hat der Gesetzgeber quasi zeitgleich auch einen "alternativen Weg" gezeichnet, falss vom besagten Grundsatz abgewichen werden muss. Dieser alternative Weg ist eben die pauschale Wertberichtigung.

    Es stimmt, dass dieser nicht zwingend eingeschlagen werden muss. Allerdings muss einer der beiden Wege (bzw. beide kombiniert) genommen werden und da es - meiner Meinung nach - unwahrscheinlich ist, dass ein Unternehmen nur Einzelwertberichtigungen vornimmt, wird man vom UGB quasi "gezwungen" eine pauschale Wertberichtigung der Forderungen vorzunehmen

  9. #9

    Registriert seit
    Mar 2009
    Beiträge
    207
    Eh erst zwei Jahre her und die Studien mittlerweile ausgelaufen...

Ähnliche Themen

  1. Mehr weniger rechnung
    Von steviee42 im Forum Bachelor Wirtschafts- und Sozialwissenschaften: Betriebswirtschaft
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 30.11.2011, 21:32
  2. Mehr weniger rechnung
    Von steviee42 im Forum Buchhaltung und Bilanzierung II
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 30.11.2011, 11:38
  3. Mehr-Weniger Rechnung
    Von ProudArabian im Forum Buchhaltung und Bilanzierung II
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 19.01.2008, 21:49
  4. Mehr-Weniger-Rechnung
    Von MisterK im Forum Buchhaltung und Bilanzierung II
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 14.03.2006, 20:07
  5. Mehr-Weniger Rechnung
    Von philippo im Forum Buchhaltung und Bilanzierung II
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 19.01.2006, 17:14

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •